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Montag, 10. Oktober 2011

Cineholic
















Sonntag, 18. September 2011

Köter und Greis


Es regnet. Eine Armada aus schweren Tropfen fällt auf Berlin. Es werden Regenschirme aufgespannt und die Menschen laufen mit gesenktem Haupt den stürmischen Böen entgegen. Alle kämpfen auf ihre Weise gegen den Regenschauer und jeder ist auf sich allein gestellt. Ich beobachte wie sich eine alte Frau auf dem Trottoir entlang kämpft. Ich würde sie auf mindestens 80 schätzen, aber ich bin im Schätzen recht schlecht, deswegen gebe ich ihr einfach das Attribut vergreist. Auf einen Stock gestützt bahnt sie sich ihren Weg gegen das Wetter, Schritt für Schritt. Bei ihr besonders hart entgegen schlagenden Winden pausiert sie für einen kurzen Moment und hält die Hand vor ihr mit tiefen Furchen durchzogenes Gesicht. Es ist so als würde allein schon ihr Äußeres Geschichten von den vielen Jahrzehnten, die sie durchlebt hat, erzählen, ohne dass sie den Mund öffnen müsste. Menschen eilen an ihr vorbei und die Frau kämpft mit verbissenen Gesichtsausdruck ihren einsamen Kampf.
Ein Hund kommt auf sie zu gelaufen. Mit wedelnden Schwanz und nicht im geringsten durch das Wetter negativ beeinflusst, beschnüffelt er die Frau samt ihres Gehstockes. Ihre Gesichtszüge ändern sich auf der Stelle und freudestrahlend beginnt sie auf den kleinen Vierbeiner einzureden. „Na du bist aber ein Süßer“ Wie so eine simple Begegnung mit einem kleinen Terrier einem doch den Tag versüßen kann. „Na du kleiner Racker“ Gewitter, die Schmerzen in den Gelenken oder der noch vor ihr liegende lange Weg, alles ist auf einmal vergessen. „Ein ganz Feiner bist du“ Besonders scheint sich das Fellknäul für den Gehstock der alten Dame zu interessieren. „Na wie heißt du denn?“ Schnüffelnd umkreist er den Stock ein paar Mal. „Na wo ist denn dein Herrchen?“ Bis er schließlich stehen bleibt und sich einen kurzen Moment umschaut. „So ein lieber Hund bist du“ Dann hebt er das Bein, pisst der Frau an den Gehstock und verschwindet.

Da hab ich mir so gedacht: Das Leben ist manchmal ein ganz schönes Arschloch.

Montag, 12. September 2011

Clubbing

Ich bin früher kein allzu großer Fan von Clubs gewesen. Also das ist noch zu sacht formuliert. Ich sag mal so: Wenn man Rosinen und Oliven miteinander kreuzen würde und es für dieses Produkt dann ein Fachgeschäft gäbe, dann wäre ich in diesen Laden genauso gerne reingegangen wie in Clubs.
Und so wurden Einladungen von Freunden und Mitbewohnern in der Regel von mir ausgeschlagen, wenn die Pläne auf "Disco" hinausliefen. Um es mal klipp und klar zu sagen: Ich hasste solche Schuppen. Die laute, monotone und dazu noch ständig beschissene Musik. Die von den Ausdünstungen der Gäste übel riechende und stickig wabernde Luft. Die Atzenköpfe und aufgebitchten RTL II Zuschauer, welche sich in diesen Bruchbuden bewegen. Und natürlich kostet so ein Abend auch noch ne Menge Geld. All das führte zu meiner konsequent gelebten Antipathie gegenüber Clubs. Doch man entwickelt sich ja weiter. Ich bin nun reifer, erfahrener, toleranter und vor allem viel raunziger (was "raunzig"? ja genau!). Und so führte diese Entwicklung dazu, dass ich einige Jahre und auch einige Clubbesuche später meine Meinung komplett geändert habe zu einem völlig überzeugten "Meh ... geht so".

Ich bin letztens erst wieder in so einem Etablissement gewesen. Angestanden, Ausweis gezeigt, Zehn Euro bezahlt, Reingegangen, Garderobe gesucht, Garderobe gefunden, Garderobe verlassen (Allerdings immer noch mit meinem Jackett, die Zwei Euro hab ich mir gespart). Danach stellt man sich natürlich erstmal an die Bar an, weil man was trinken muss. Ordentlich trinken muss man! Alle müssen ordentlich viel trinken. Deswegen muss ich auch ewig warten bevor ich dran komme. Und als ich so warte denke ich mir: "Mh ... zehn euro Eintritt? Zehn Euro? ZEHN EURO??!! Ich meine Zehn Euro, das sind ja im Prinzip Zwanzig D-Mark. Als ich ein kleiner Junge war, hab ich für eine Mark ein Überaschungs-Ei bekommen. Ich habe also gerade Zwanzig Überaschungs-Eier für den Eintritt hingelegt. Und in jedem 7. Ei gibt ja eine coole Figur. Also quasi entsprach der Eintritt ziemlich genau 2,85 Kinder-Happy-Hippo-Figuren. Naja hilft ja nichts, da muss ich jetzt wohl durch.
Beim Warten wird mir langsam recht heiß. Das über meine zarten Schultern gespannte Sakko fühlt sich hier ein wenig deplatziert und wärmt mich unnötigerweise. Trotzdem freue ich mich die Garderoben-Gebühr eingespart zu haben.
Ich beobachte die Tanzfläche. Es ist ca. 0 Uhr und hier tanzt noch niemand. Warum es erst gegen 2 Uhr richtig los geht? Keine Ahnung. Wahrscheinlich braucht es so seine Zeit bis man genug Alkohol intus hat, damit man sich weder über die eigenen Unzulänglichkeiten beim Balztanz noch über die Armut an geistiger Niveaufülle Gedanken macht.
Der teuerste Hippo: 23 Jahre alt, 50€ wert
Aber zumindest läuft schon die Musik. Die Mukke in Clubs wird mir zwar nie richtig gefallen, ich selbst würde sie mir nicht anhören, aber so richtig schlimm finde ich es nun auch nicht. Vor allem höre ich keine Unterschiede. Für mich klingt ein Lied wie das nächste und ein Club wie der andere. Deswegen fällt es mir schwer nachzuvollziehen, wenn sich Leute über einen Club beschweren auf Grund der Musik, die da gespielt wird. In eine Disco zu gehen und sich dann über die Elekto-Musik aufzuregen, ist ungefähr genauso, wie zum Frauenfußball zu gehen und sich dann über das schlechte Spiel zu beschweren.
Der Schweiß rinnt mir inzwischen in kleinen Tropfen über die Kopfhaut. bis sie sich am Haaransatz zu einen Rinnsal zusammenschließen und mir über die Stirn laufen. Boah, ich würde gerne mein Sakko abgeben, aber inzwischen ist das ursprüngliche Argument des Geldsparens zur Nebensache verkommen und es geht mir vor allem ums Prinzip. Ich habe es endlich geschafft mir ein kühles 6 € Bier geben zu lassen. Das verschafft mir zumindest ein wenig Linderung was meine erhöhte Temperatur betrifft. 6 €, das wären fast 2 Kinder-Happy-Hippos gewesen.
Wie würde eigentlich ein alkoholfreier Club aussehen? Ich meine für die Moslems. In dem Forum steht zumindest, dass Discos voll böse sind, mit all dem Alkohol und den Drogen. Und in der Tat, kaum hab ich mich im Raucherraum niedergelassen, werde ich schon gefragt ob ich Extacy dabei habe. Ich verneine wahrheitsgemäß, ärger mich aber trotzdem. Eine Packung Tic-Tac und ich hätte mir heute was dazu verdienen können.
Endlich(?) geht es auf die Tanzfläche und nach einer Weile tanze ich grazil zu den Rhythmen. Ich bewege ich mich fast schon wie in Trance. Also eigentlich ist es eher Fieberwahn. Die durch mein Jackett aufgebaute Hitze tut mir glaube ich nicht allzu gut. Ich komme nach einer Stunde wieder zur Besinnung und bemerke, wie um mich herum die Menschen auf Sicherheitsabstand gegangen sind. Ich wünschte das wäre das erste Mal. Ich gebe mich geschlagen und suche die Garderobe auf, um endlich mein mich unerträglich wärmendes Kleidungsstück loszuwerden. Biete dem Typen an der Garderobe 2 Kinder-Happy-Hippo als Bezahlung an, was er leider ablehnt und begebe mich dann wieder zu meinen Freunden. Diese haben beschlossen sich auf den Weg nach Hause zu machen. Hat sich ja richtig gelohnt die Garderobe zu nutzen ...

... oder in einen Club zu gehen.

Samstag, 3. September 2011

Spuren lesen

Ich hinterlasse gerne Fußspuren. Also im übertragenen Sinne. Ich freue mich jedesmal aufs Neue, wenn ich bemerke, dass ich auf etwas oder auf jemanden nachhaltig Einfluss genommen habe. Das ist gar nicht so schwer, wie man vielleicht denkt. Zum Beispiel, wenn man am späten Abend gefragt wird, auf welchem Weg man am schnellsten zum Kottbusser Tor kommt. Einfach mal demjenigen empfehlen mit der S-Bahn Richtung Spandau zu fahren und am Pichelsberg aussteigen, "Von da aus kann man das locker erlaufen". Na gut, das ist natürlich die vollkommen andere Richtung, zusätzlich im völligen Niemandsland und mit ein bisschen Glück hat er gerade die letzte S-Bahn für den Hinweg benutzt, so dass er bis Vier Uhr morgens auch noch da festhängt.
Da liegt die Kneipenmeile am Pichelsberg - und 20 Km daneben die vom Kotti
ABER! man stelle sich nun bitte vor was dieser Ortsunkundige nun für eine coole Geschichte zu erzählen hat. "Ich wollte mich eigentlich nur mit meinen Berliner Freunden in einer Bar am Kotti treffen, aber so ein verrückter Sachse mit Strubbelhaaren hat mich in die völlig falsche Richtung gelotst und nun hänge ich hier am Arsch der Welt fest." So wäre vielleicht der Anfang seiner packenden Story. Und noch etwas Positives wird er dieser einsamen Nacht abgewinnen können. Wann hat man schon mal die Möglichkeit in völliger Stille und ohne eine Menschenseele eine Nacht nur für sich zu haben und sich einmal über die wirklich wichtigen Dinge im Leben Gedanken zu machen? Bin ich wirklich glücklich in meiner Beziehung? Verschwende ich mein Potential? Und vor allem wie mache ich jemanden ausfindig und lasse ihn dann beseitigen, wenn ich diese Person nur kurz gesehen hab, als ich nach dem Weg fragte?
Ich mein wie hätte denn die Alternative ausgesehen, wenn ich nicht eingegriffen hätte? Eine weitere bedeutungslose Nacht? Freunde mit denen man nur noch in alten Geschichten schwelgt? Sinnloses Besaufen bis man seine Sorgen vergisst? Ich musste einfach mit helfender Hand eingreifen ... und außerdem wollte ich den Punkt "Einen Tourist, welcher nach dem Weg fragt, wissentlich in die Falsche Richtung schicken" von meiner "Berlin-Liste" abhaken (check)
Sicher, man muss auf seine Umwelt und Mitmenschen nicht zwingend so hinterhältig Einfluss nehmen, um Fußspuren zu hinterlassen. Manchmal reicht auch schon eine lustige Gruppe von netten Leuten, ein alkoholgeschwängerter Männertag und das Bedürfnis keinen 08/15-Shot zu trinken aus, damit man die Welt verändert. So hatte uns nämlich der Drang erfasst einen ... öchem ... ich sag mal interessanten Kurzen trinken zu wollen: "Den Mexikaner" Eine Mischung aus Tomatensaft, Wodka und Tabasco, welchen der Barkeeper nicht kannte, uns aber dennoch freundlicherweise mixte. Als dann beobachtet wurde, wie er das für ihn neue Getränk auch probierte, stellte man ihm die Frage. "Und? Geil und haut rein, oder"? Woraufhin er antwortet: "Ja, rein hau'n tut er, aber geil isser nich'"
Letztens bin ich wieder in jener Bar gewesen und siehe da: Der Mexikaner wurde mit ins Sortiment aufgenommen. Als wir dann einen Mittelamerikaner bestellten (irgendwie muss man ja die Wortwiederholung von Mexikaner vermeiden) und unsere Geschichte vom Männertag erzählten gab es als Reaktion ein "Ach, ihr wart das!"
Mir ist wohl bewusst, dass ein verirrter Tourist und die Verbreitung von einem Shot, für die Welt eher von marginaler Bedeutung sind, aber diese Beispiele lassen sich nun auch auf gewaltigere Projekte adaptieren. Ich glaube das zählt mit zu den wichtigsten Dingen in meinem Leben, Fußspuren zu hinterlassen ...

Montag, 15. August 2011

Royale Cookies treffen auf Vulpes Vulpes

Mir gefällt das urbane Dasein. So ein Landleben in der Natur, mit wilden Tieren und sonstiges Grabbel-Gesocks wäre nichts für mich. Umso drastischer reagiere ich dann auch, wenn ich in der Stadt auf ein Lebewesen stoße, welches meiner Meinung nach dort nichts zu suchen hat.

Ich schlendere durch die Hauptstadt. Wahrscheinlich irgendwo hin. Da sehe ich, wie sich aus dem Dickicht ein roter Fellball auf mich zu bewegt. Und schau an, ein Fuchs! Mitten in Berlin. Steht nur durch eine kleine Absperrung von mir getrennt da und macht… ja wie machen Füchse eigentlich? Bellen? Knurren? Also ich würde sagen es war eine heiserere Mischung von beiden. Also heiser, nicht heiß! Mit einer aggressiven Zutraulichkeit … oder besser mit einer zutraulichen Aggressivität starrt der Fuchs mich an und zeigt mir seine vergilbten Zähne.
In London herrscht die europaweit höchste Fuchsdichte
„Bleib hier lieber Fuchs, ich hab gleich was für dich“, sage ich und gehe in den nahegelegenen Kiosk, um eine Rolle zu kaufen, eine Prinzenrolle. Als ich wieder an der Stelle meiner Begegnung mit dem haarigen Rot bin, ist keine Spur mehr von dem Tier zu sehen und ich stehe nun mit dem royalen Keksgebäck in der Hand dumm da. Enttäuscht möchte ich schon umkehren und meinen ursprünglichen Weg, wohin auch immer, fortsetzten, da höre ich es erneut rascheln und der kleine Fuchs steht wieder an der Absperrung. Mit gierigem Blick fixiert er die von mir für ihn gekauften Kekse.
Poldis Favorit
Ich hole also die Prinzenrolle heraus, beuge mich über den Zaun und dann … ja dann … hau ich dem Vieh das Ding auf dem Nischel. Er ist kurz benommen und dann bekommt er auch schon erneut die Prinzenrolle ins Gesicht gepfeffert. „Dem Tier wird das feiste Grinsen schon vergehen!“ denkt sich das Stadtkind in mir und prügelt ihm das Rot aus dem Fell. Ja ja. Das Fuchspack soll sich verziehen!. Und dann hat es sich ausgefuchst.
Nach einer Weile hat das Tier die Lektion verstanden und verkriecht sich zurück in seine Natur. So schnell wird sich der Fuchs nicht mehr unter Menschen wagen.

Als ich mich umschaue, sehe ich rings um mich ein Traube von Menschen mit schockierten Gesichtern. Völliges Unverständnis zeichnet sich in ihren Mienen ab. Ich habe das Gefühl ich bin hier nicht länger erwünscht und verziehe mich auf leisen Sohlen.
Das war also mein Besuch im Zoo.

Samstag, 13. August 2011

Schwarz zu Blau

„Ein echter Berliner setzt Trends, findet schnell Anschluss und ist weltoffen.“ Zumindest lautet so der Werbespruch des neuen Berliner Flughafens mit dem Kürzel „BER“. Abgesehen davon, ob dies wirklich der Wahrheit entspricht, nahm ich das Lesen dieses Werbeslogans als Anlass mir selbst die Frage zu stellen, ob ich als Berliner durchgehen würde, beziehungsweise warum nicht. Was muss man also machen um ein „echter“ Berliner zu sein?

Das Kürzel BBI (Berlin Brandenburg International) war schon an Bhubaneswar vergeben
Beseelt von dieser Fragestellung, habe ich in den letzten Wochen die ein oder andere Möglichkeit versucht wahrzunehmen, bei zufälligen Begegnungen mit Ortsansässigen, meistens nachts in der U-Bahn oder beim Warten auf diese, eben erwähnte Thematik näher erfassen zu können und ganz konkret eine Liste von Dingen zusammenzustellen, welche ich erledigt haben möchte, um mich selbst, wenn schon nicht als Berliner zu bezeichnen, dann doch zumindest ein Stück weit so zu fühlen. Dabei handelt es sich fast ausschließlich um Punkte, welche nicht meinem Kopf entsprungen sind, sondern mir (meistens im perfekten Berlinerisch) von sich selbst schon als echte Berliner bezeichnenden erzählt wurden.

  • Eine Currywurst essen (check)
  • Silvester am Brandenburger Tor feiern (check)
  • An der 1. Mai-Demonstration teilnehmen (check)
  • Sich beim Kauf der/des „Motz/Straßenfegers“, Wechselgeld geben lassen (check)
  • Eine amüsante Unterhaltung mit einem Freak nachts in der U-Bahn führen (check)
  • Einen Döner für weniger als Zwei Euro essen oder zumindest kaufen (check)
  • Einen Nachmittag im Mauerpark beim Karaoke-Singen dabei sein (check)
  • Einem Pfandpiraten die eigene Bierflasche geben (check)
  • Eine Runde in der Ringbahn fahren (check)
  • Einen Tourist, welcher nach dem Weg fragt, wissentlich in die Falsche Richtung schicken (check)
  • Auf den Teufelsberg einen Sonnenuntergang in romantischer Gesellschaft genießen
  • Im Wannsee baden
  • Berlin Marathon laufen
  • Auf dem Tempelhof-Gelände mit Freunden grillen (check)

Die Liste ist editierbar und ich bin offen für weitere Vorschläge zur Ergänzung.

Wenn Berlin eine Frau wäre, würde ich mit ihr schlafen wollen. Wenn Dresden eine Frau wäre, würde ich sie heiraten.

Montag, 8. August 2011

ebrius

Es gibt zwei Arten von Betrunkenen. Jene mit denen der Abend mehr Spaß und jene mit denen der Abend weniger Spaß macht. Ich bin neulich im Bus einem Mann begegnet, welchen ich zur ersten Kategorie zählen würde. Eine Frau ist an dem selben Abend, dem selben Mann begegnet, allerdings gehörte er da zur zweiten.

Ein treuer Wegbegleiter?
Samstag Nacht. Ich sitze im obersten Stockwerk des Busses. Also im zweiten. Da höre ich wie ein Typ die Stufen hoch rumpel-pumpelt, ja man könnte auch sagen er fällt die Treppe rauf. Sein Grad der Trunkenheit hat wohl schon jenes Stadium erreicht, in welchem seine Füße nicht mehr vom Kopf regiert werden. Es wirkt fast so, als ob seine unteren Extremitäten nicht die Gebeine seines Hirns, sondern die Beine meines Gehirns wären. Denn ich denke: „Torkel! Torkel! Stolper! Hopp!“ und er bewegt sich in diesem Rhythmus. Der Alkohol hat es offenbar auch geschafft, seine verbalen Funktionen, in die selbigen mit einem „Dis-“ als Präfix zu verwandeln. Und so lallt er wie am Ballermann auf Mallorca. Das bekannte mallelallen also.
„'allo“ „Na wiih jeht's“ „Wo fahrdn ihr hin? „Und wo fahr ick eijendlich hin?“ Immer ununterbrochen unterbrochen von einem Schluck aus seiner Bierpulle.
Ehrlich gesagt alles eigentlich nichts wirklich Auffallendes oder Berichtenswertes, denn wenn man nachts durch Berlin fährt, sieht man sicherlich merkwürdigere Gestalten. Wie beispielsweise das Obdachlosenpärchen, welches nackt in der U9 übernachtet, oder der Typ, welcher die Leute nach einer Zigarette fragt, um sie, wenn er eine bekommen hat vor den Augen des großzügigen Spenders zu zerbröseln mit dem Kommentar: „Rauchen macht impotent, also … gern geschehen“. Aber das sind ganz andere Geschichten.
Meine Mitfahrer beginnen sich derweil über den fröhlichen Trunkenbold zu amüsieren und erfreuen sich an seiner Redseligkeit. Im Bewusstsein die Quelle ihres Lachens zu sein, ruft die Schnapsdrossel nun quer durch den Bus: „Ey, die lachen übber mich Schatsi.“
Und er redet nicht wirr, sonder wahr, denn schon sehe ich, wie seine Partnerin nach oben kommt, einige Zeit nach ihm, da sie sich wohl noch um die Fahrkarten kümmern musste oder einfach nicht mit ihm gesehen werden wollte. Das nun eigentlich Lustige an der ganzen Situation ist, dass dem „Schatzi“ überhaupt nicht zum Schmunzeln zumute ist, da sie offenbar vollkommen nüchtern ist. Während die obere Etage des Busses also freudig und gespannt auf einen neuen Grund zum Lachen wartet, setzt sich die eisige Miene samt Frau neben den eifrig erzählenden Entertainer, welcher immer noch sein Bier in der Hand hält. Und als sie alle ist, die Pulle, rückt er ihr auf die Pelle. Richtig begeistert davon ist sie nicht. Ich denke mir, dass sie so aussieht, als ob sie sehr gehofft hätte, er würde in das Stadium des schweigenden und selig schlummernden Säuglings verfallen. Mein Gedankengang hat die Freundin offenbar auf eine Idee gebracht. Wie die Milchflasche dem Baby, gibt sie ihrem „Liebling“ ein Bier aus ihrer Handtasche.
Sein echter Name: Michael Skowronek
Der erhoffte Erfolg bleibt allerdings aus, denn nun fühlt sich der „Blaumann“ dazu veranlasst ein Ständchen zu … ich sag mal „singen“. Der alkoholisierte Betrunkene (Ha! Ob jemanden der Pleonasmus auffällt?) versucht die Fahrgäste in einen dreistimmigen Kanon einzuteilen, doch es bleibt bei einem Soloauftritt. „Sie liebt den DJ“ schallt nun durch den Bus. Und seine Freundin? Keine Ahnung wen die liebt, aber zumindest schämt sie sich in Grund und Boden. Ach, wie glücklich sind doch die Unwissenden, denn während er jede Menge Spaß mit den besten Hits vom Wendler hat, malt sich seine Freundin wohl schon das Gespräch der Beiden am nächsten Morgen aus und jede weitere Strophe ist dabei neue Munition gegen ihn.
Und dann frage ich mich, wie es wohl dem Kätzchen in seinem Kopf geht. Ja genau! Dem Kätzchen. Und wie geht es dem Mietzekätzchen erst morgen früh? Obwohl ein richtiges Kätzchen ist es dann nicht mehr, eher schon ein fetter Kater.
Bei den Fahrgästen kommt seine Performance nicht so gut an. Das durch fremdschämen verursachte nun stille Schweigen (Da, Schon wieder! Jemand gemerkt?) der Mitfahrer macht den Trunkenbold irgendwie sauer. Boah der wird so sauer. Und wie sauer der wird. Geradezu 'ne gefährlich Sau … und dann ist auf einmal Ruhe, also quasi Schluss im Bus. Denn das so für einander geschaffene Paar verlässt den Bus und damit auch mich.

Als ich aus dem Fenster hinaus blicke, sehe ich die Beiden Arm in Arm den Bus verlassen. Und dann denke ich mir: „Wow, wenn man sich so für seinen Freund schämt und ihn trotzdem noch in den Arm nimmt, … Ja, dass muss wohl Liebe sein.“
Es kann natürlich auch sein, dass sie ihn stützen musste, damit er nicht umfällt …. aber trotzdem.

Freitag, 5. August 2011

to have a ready tongue

Es gibt so Momente, da wünscht man sich, beziehungsweise. ich mir, einfach eine extra Portion Premium Schlagfertigkeit Deluxe. Nicht nur für mich selbst, sondern für alle, die beispielsweise alleine unterwegs sind und von irgendwelchen torkelnden Teenie-Trüppchen blöd von der Seite angelabert werden. Dann stehe ich als unbeteiligter Beobachter so da und denke mir: Nur ein kluger, kurzer, knackiger Kommentar und die kessen Knilche würden wie Kleinkinder kehrtmachen und kläglich die Klappe halten. (Puh! An dem Satz hab ich ewig gesessen)
"Ey, da ist Ronny Buruck!"
Wie zum Beispiel letztens, da hat mir doch tatsächlich jemand hinterher gerufen:
„Ey, da ist Marco Reuss!“
Okay ... das fand ich ganz witzig, aber trotzdem! Und ich habe nichts erwidert, sondern bin debil grinsend weitergegangen. Es gibt aber eben auch Leute, die dann eine adäquate Antwort parat haben. Neulich sehe ich, wie zwei offenbar als Getto Gangster Gusten verkleidete Herren zu einem an der Bushaltestelle wartenden und mit einer Armschiene inklusive Verband an der Hand versehenen Typen rüberriefen, ob er sich seinen fünffingrigen Trostspender verletzt hätte, als er die einäugige Hosenschlange gewürgt hat. (Diese Passage hat der Autor etwas geschönt, um nicht ganz so plump und vulgär daher zu kommen. Bin mir nicht sicher, ob das geklappt hat) Und der angesprochene verletzte Passant reagierte auf die Frage mit:
„Ne, das ist nur Show, damit mich asoziales Pack anlabert!“
Auch vor einigen Wochen erlebte ich wieder einem Fall von spontaner, ja fast schon eruptiver Schlagfertigkeit.

Es ist Montagmorgen und ich befinde mich im Bus auf den Weg zur Uni. Das ist schon eine ganz schöne Leistung von mir, denn die Kombination aus den Worten „Montag“, „Morgen“ und „Uni“ kommt oft nicht ohne das Wort „verpasst“ aus. Dementsprechend niedrig ist auch mein Stimmungsbarometer. Mehrere Sitzreihen vor mir lungern drei ca. vierzehn Jahre alte Gören und unterhalten sich lautstark über irgend einen Paul, seine Vorliebe für Ellen und deren gemeinsamen Verkehr, von SMS. Zwei Haltestellen später stellt sich heraus, dass Ellen eines der drei sich unterhaltenden Mädels ist und sie beginnt nun einige besonders „interessante“! Kurznachrichten, nicht nur ihren beiden Freundinnen, sondern der gesamten oberen Etage des Doppelstockbusses, vorzulesen. In den Gesichtern der anderen Fahrgäste kann ich erkennen, wie wir alle eine gemeinsame stetig steigende Abneigung gegen unsere Mitfahrerinnen bekommen. Es vergehen gefühlte Äonen von Nonsense, bis ich die erste nützliche Information von den drei Belastungen für meine Contenance erfahre: Nur noch zwei Stationen, dann müssen sie aussteigen. Ellen und ihre beiden Gefährten beginnen sich bald darauf kichernd den Gang in Richtung Treppe nach unten entlangzubewegen. Dabei sprechen sie ausnahmslos jeden Fahrgast an: 
„Hey! Hast du nen Haargummi? Huhu! Hast du nen Haargummi? Aber du! Du hast bestimmt einen Haargummi!“
Irgendwann sind sie auch bei mir angelangt und stellen ihre stupide Frage.
„Seh ich so aus als hätte ich nen beschissenen Haargummi du strunzdämliche Blöd-Plinse Und schönen Gruß an Paul!“ 
denke ich mir, denn sagen tu ich: 
„ … äh … Ne“. 
Tja, es war halt Montagmorgen. An einem Samstagabend hätte ich bestimmt eine pfiffigere Reaktion gezeigt, wie zum Beispiel:
 „ … öh … Nö“
Der letzte, der von den Dreien angequatscht wird, ist ein harmlos aussehender halb-Hippie-halb-Punk-Typ Ende Zwanzig. Auf die nun schon bekannte Frage „Hast du nen Haargummi?“ hat er folgende Antwort parat:
Ick hab zwar keenen Gummi für deen Haar, aber eenen Gummi für meenen *PIEP* und wemmer noch ne Tüte für deenen Kopp findn, dann hammer'n Date.“

Auf einmal ist aber Ruhe bei den Mädels und stillschweigend verziehen sie sich runter und aus dem Bus. Mensch, so was muss man drauf haben. Beeindruckt von solch schlagfertiger Coolness starre ich gedankenverloren aus dem Fenster. Das morgendliche Berlin zieht an mir vorbei, Gedränge auf den Straßen, es wird gehupt, Menschen hetzen auf dem Bürgersteig, irgendwo geht ein Rentner mit seinem Köter Gassi und der Hund wedelt mit seinem *PIEP*.

Dienstag, 2. August 2011

Ich bin keine sexuelle Textüberschrift

Auf Grund des fehlenden Funktionierens meiner eigenen Musikbereitstellung bin ich im Fitnessstudio zwangsläufig auf die Beschallung durch die hauseigene McFit-Radiokonserve angewiesen. Dieser Umstand ist zwar nicht immer angenehm, da sich mein Geschmack schon ein gutes Stück von der Mucke der Muckibude unterscheidet, bietet aber den interessanten Nebeneffekt, dass ich einen guten Eindruck gewinne, was zur Zeit so in den Rundfunkanstalten gespielt wird, denn Radio-hören ist bei mir in Zeiten von mp3, YouTube und Co schon eine ganze Weile nicht mehr vorgekommen. Größtenteils ist das so Nebenhergedudel und stört nicht weiter. Als dann aber zum x-ten Mal der Akt des Kopolierens in unterschiedlichsten Variationen besungen wurde, kam mir dann doch der eine oder andere Gedanke.
"Alles was ich sehe, erinnert mich an sie."
Ich will mich ausdrücklich nicht! beschweren, doch das ständige Thematisieren wie Amors Marmor in den haarigen Honigtopf eintaucht, oder Adams Speer das Land des senkrechten Lächelns besucht, oder der Wonnepfropfen einen lieblichen Jahrgang verkorkt, führt, da jene Fixierung ja nicht bloß auf die Musik beschränkt ist, irgendwie zu einer Häufung dieser Inhalte in den Gedanken vornehmlich junger Männer, denn solche sind einfach am anfälligsten für die Beeinflussung mit horizontalem Gedankengut. Niemand muss sich wundern, dass mit eriktilen Projektilen ausgestattete, ja man möchte fast schon „Opfer“ sagen, an aber auch gar nichts wie immer nur an das eine denken können.
Das wäre ja alles nicht weiter schlimm, … für mich … doch es gibt eben schon auch einen gewissen negativen Effekt … 

Wenn nämlich eine Kommilitonin ihre Kindheit beschreibt und erzählt (ich zitiere): „Für mich war es als kleines Mädchen voll hart Flöte zu lernen, weil ich keine eigene hatte.“ und ich der einzige bin der in infantiles und markerschütternd lautes Gelächter ausbricht, weil alle andern mich nur verständnislos und abschätzend anschauen, dann, ja dann ist ein Punkt erreicht, da ich mich vom Leben gefickt fühle.

Sonntag, 3. Januar 2010

Manchmal reicht der Daumen nicht!

Berlin! Berlin! Ich fahre nach Berlin! ... fragt sich nur wie ...


30.12.2009 18.00 Uhr Dresden:


Stehe am Autobahnzubringer. Mein Ziel: Berlin. Hatte versucht per Mitfahrgelegenheit in die Haupstadt zu kommen. Fand ca. 30 Angebote, kontaktierte 20, erreichte 15. Erhielt 15 Absagen. Zug fahren ist mir zu teuer. Das alles führte mich eben an den Autobahnzubringer. Nun hoffe ich. Mein Daumen und ein Schild sollen meine Fahrkarte sein. Bin nervös. Es ist mein erster Versuch zu Trampen. Nach 10 Minuten hält ein Familienvater/Vertreiber Europas größtem Pharmaziegroßhandel. Nach reichlich andertalb Stunden bin ich in Berlin und das kostenlos. Bin total happy. Entschließe mich nach der guten Erfahrung nun öfter vom Trampen gebrauch zu machen.



02.01.2010 13. 00 Uhr Berlin:

Ich stehe jetzt seit einer Stunde an einer Straße in Berlin und meine Hoffnung ist verschwunden, dass ein barmherzigen Samariter anhält, welcher meinen bedürftigen Blick nicht ertragen kann und sich denkt: "Diesen äußert attraktiven jungen Dresdner lass ich in mein Auto und fahre ihn in seine Heimatstadt, auch wenn ich gerade auf dem Weg nach Hamburg bin.". Minusgrade lassen meine Motivation ebenfalls unter Null sinken und langsam kommt mir der Gedanke, dass Trampen ziemlich doof ist, vor allem wenn nicht nur der eisige Frost an einem nagt, sondern man gleichzeitig auch noch gerne vor Mitternacht nach Hause kommen würde, um seinem Dad persönlich zum Geburtstag gratulieren zu können. Eigentlich hatte ich mich mit Schild und Daumen postiert von der Überzeugung beseelt, dass man nur lange genug stehen muss, bis jemand vorbeifährt, der das selbe Fahrtziel kombierniert mit Platz und Herz für mich besitzt. Diese Überzeugung habe ich verloren und Plan B tritt wohl oder übel in Kraft.
Ich nehme mir einen Bus nach Dresden und 3 Stunden und 14€ später komme ich am Bahnhof Neustadt an. Ich bin nicht gerade happy und beschließe die Erfahrung mitzunehmen und mich demnächst doch etwas früher darum zu kümmern, WIE! ich irgendwo hinkomme.

Ich glaube in der Zeit zwischen meinen Fahrten ist irgendwie auch noch das eine oder andere passiert, aber dazu vielleicht später mehr.

Dienstag, 15. Dezember 2009

Operation Biber


Oh Tannenbaum ...

Apropos ... Das erinnert mich daran, wie wir einst in Afra für besinnliche Weihnachtsstimmung gesorgt haben.

Unsere Etage blickte mit Neid auf den üppigen Weihnachtsbaum der im Gemeinschaftsraum ein Stockwerk über uns für festlichen Glanz sorgte. Aber einfach schnöde einen kaufen kam für uns natürlich nicht in Frage. Die Alternative hieß: "Operation Biber" - Ein Coup wie ihn Danny Ocean und sein 10 Kumpels nicht hätten besser bewerkstelligen können.

Schritt 1.
Suche eines ansprechenden Baumes in der Nähe

Schritt 2.
Beschaffung der Werkzeuge und Utensilien:
Säge
(Aus der Holzwerkstatt hinausgeschmuggelt und nicht gestohlen sondern geliehen. Das Zurückgeben hat leider nie funktioniert. Liegt wahrscheinlich noch heute im Besteckfach)
Einen Eimer
(Ein Wischeimer - Standardausstattung jeder Etage. Leistete uns schon gute Dienste, allerdings eher selten zum Wischen)
Walkie Talkies

Schritt 3.
Gruppe 1  machte sich auf den Weg, um den Baum aus seiner völlig unbedeutenden Existenz zu befreien und in eine zugegebenermaßen recht kurze aber dafür umso glorreichere Zukunft zu führen. Tagsüber konnten wir "Operation Biber" schlecht durchführen, wir brauchten den Schutz der Dunkelheit, was Afra-gemäß mit Regelbrüchen verbunden war. Also blieb Gruppe 2 im Internat zurück und stand die ganze Zeit mit Gruppe 1 in Verbindung, um im Fall der Fälle die Operation sofort abzubrechen und die Holzfäller augenblicklich zurückzuholen. Da alles ruhig blieb, wurde dieses Kommunikationsmedium allerdings eher dazu genutzt sinnlose und für die andere Seite jeweils unverständliche Codes durchzugeben.

Zum Glück lief alles glatt, der Baum wurde gefällt, nach Afra geschleppt, und wartete nur noch darauf aufgestellt zu werden.

Schritt 4.
Der Eimer kam nun seinem Verwendungszweck zu. Gefüllt wurde er mit dem Sand des süßen Spielplatzes auf dem Gelände. Des Tags ein lauschiger Platz für die Kleinkinder der Mentoren, des Nachts ... mh ... nun ... ein lauschiger Platz für die Schüler.

Schritt 5.
Der Abschluss der "Operation Biber" ist dann wohl der einfachste Teil:
Aufstellen
Schmücken
Freuen

Fertig




Aus Ermangelung eines Bildes der üppigen Nordmann-Tanne von damals ... hier also ein süßer Biber als Trost ...

Biber leben monogam und markieren ihr Revier mit "Bibergeil"

Freitag, 27. März 2009

Gehirnzellenmassensuizid

UZZN! UZZN! UZZN!

Musik per Kopfhörer zu hören ist toll. Man kann quasi in seine eigene kleine Welt eintauchen und so den sonst so öden Weg von A zu B noch mit C, D, E und allerlei andere metaphorischen Buchstaben füllen.

Wenn also meine Ohren beispielsweise bei folgendem Song verträumt entspannen ... ... dann gibt es eine Sache die meine bisher so gelungene Busfahrt vollkommen zerstört, nämlich wenn die "melodischen" Bässe und Rhythmen des neuhinzugestiegenen Busfahrgemeinschafts-Mitgliedes von seinem mp3-Player, durch seine Kopfhörer, hinaus in den Bus, an meinen Kopfhörern vorbei und direkt zu meinem Wutzentrum im Großhirn eindringen.

Ich kann damit leben als spießig bezeichnet zu werden, aber ich denke ich könnte jedes einzelne Wort verstehen, hätte diese "Musik" auch einen Text und das ist für mein Empfinden, welches zugegeben auf den Gebieten Musik und Medizin vielleicht eher laienhaft ist, eindeutig zu laut!

Mit der Zeit hat sich in mein Gehirn ein Bild eingebrannt, wie ich mir den Zustand im Kopf des Fans von *UZZN! UZZN! UZZN!* beim Genuss eben dieser Geräusche vorstelle.

Ich sehe eine Bühne auf der eine einzelne gigantische überdimensionale Box und ein Scooter/Jürgen Drews - Verschnitt steht. Die Bühne steht auf einer Klippe und davor tobt die Menge und hüpft auf und ab. Die Fans sind aber kein Menschen, sondern Gehirnzellen und sehen daher auch eher aus wie eine Mischung aus einer Amöbe und Patrick Star (ja, so sehen Gehirnzellen in meiner Vorstellung aus).

Der Künstler heizt die Menge nocheinmal an und dann beginnt das Drama. Pro Beat springt eine Gehirnzelle die Klippe hinunter in den Abgrund und diese Musik hat jede Menge Beats.

So endet also das Leben von so vielen unschuldigen Gehirnzellen auf diese tragische Weise.

Was dagegen nach dem Lebensende von Menschen passiert, wird in diesem melancholischen Kurzfilm thematisiert.



Dienstag, 25. November 2008

Tag 1 in Kaiserslautern - 10.11.2008

Ich habe meine erste eigene Wohnung.

Nach 7 Jahren WG-Leben, erst im Internat, dann in der kultigen "Chaos-WG", habe ich nun meine eigenen geschätzten 9 Wände. Bad, Küchennische, kleine Terrasse und ein Afra-großes Zimmer darf ich nun mein Eigen nennen. Praktischerweise gibt es auch noch einen Keller und Waschmaschine plus Trockner im Haus.

Heute wurde also der Großteil meines Hab-und-Guts von Dresden aus per "family-express" bestehend aus meinem Dad und meinem Bruder in die beschauliche Pfalz verfrachtet. Als der "Umzugsservice" wieder abgereist ist, sprühe ich voller Euphorie und will mich ans Ausräumen, Aufräumen und Umräumen machen, gleich nachdem ich meinen Rechner zwecks musikalischer Unterstützung eben dieser Tätigkeiten aufgebaut habe. Nur leider gibt es da das Problem, dass ein Kabel fehlt und da meine Euphorie doch nicht so groß ist, sämtliche Gegenstände im Stillen aus ihren Pappgefängnissen zu befreien, beschließe ich mich auf den Weg zum Media Markt zu machen.

Also in den Bus gestiegen, ein par Stationen gefahren, rein in den Media Markt, von kompetenten Mitarbeitern beraten lassen, Kabel gekauft, wieder raus und dann zur Bushaltestelle. Dort angekommen stelle ich fest, dass der nächste Bus mich erst in einer Stunde hier abholen wird. Nach einigem Hin-und-Her-Überlegen, fasse ich den Entschluss mich zu Fuß auf den Weg in mein Domizil zu begeben. Das Hin-und-Her-Überlegen rührte nicht daher, dass ich etwa lauffaul bin, sondern daher, dass meine Wohnung ein wenig außerhalb von Kaiserslautern liegt und mich mein Heimweg einen vier-Kilometer-langen finsteren Waldweg entlang führt.

Ich mache mich also auf meine abendliche Wanderung durch den "verbotenen Wald". Meine anfängliche Bedenken auf Grund der Dunkelheit verschwinden, denn der Vollmond spendet ausreichend Licht, damit ich nicht in eine Matschpfütze oder, was ehrlich gesagt meine eigentliche Sorge ist, in eine von im Waldlebenden, durchgeknallten Hinterwäldlern gegrabene Fallgrube gerate. Der Mond ist so lange mein freundlicher Begleiter, bis er von einer hinterlistigen Wolkenfront von mir getrennt wird und ich nun meinen Weg allein bestreiten muss. ... Und das alles wegen eines Kabels.

Zum Glück führt der Weg parallel zu einer Landstraße entlang, so dass ich in dem sehr kurzen Zeitfenster zwischen völliger Blindheit durch das Blenden des Fernlichts der Autos und völliger Blindheit durch die Dunkelheit des Abends, ein wenig erkennen kann wohin ich laufe. Zumindest so lange bis der Weg in den Wald hinein abbiegt und ich nun keinerlei Zeichen von Zivilisation erkennen kann. Zwei- Dreimal laufe ich geradewegs in herunterhängende Äste die mir schmerzhaft ins Gesicht schlagen.

Jedes Geräusch könnte nun der Vorbote eines Angriffs von genmanipulierten, blutrünstigen, hungrigen Rehen mit langen Reißzähnen und rot-glühenden Augen sein. Ich spüre deutlich die Blicke der Terror-Rehe in meinem Rücken, doch drehe mich nicht um, denn ich weis, dass die von Blutdurst erfüllten Rehe dies nur als Zeichen von Schwäche deuten würden. Mein Handy ist nun meine letzte Lichtquelle und ich überlege, ob ich nicht ein Video machen sollte, dann würde die Nachwelt wenigistens wissen was mit mir passiert ist. Doch die Erinnerung an das Ende von "Blair Witch Project" lässt mich die Idee dann wieder verwerfen. Zu allem Überfluss lässt mich auch noch der Akku meines Hnadys im Stich. Oh, oh, ich glaub die Mutanten-Rehe fangen an mich zu umkreisen. ... Und das alles wegen eines Kabels!!

Der Pfad wird immer unwegsamer. Ich laufe nun an einem Zaun lang der mit "BEWARE!" Schildern überseht ist. Es sind die Wohnungen einer in der nähegelegenen US-Militärbasis. Dieses mitten im Wald gelegene umzäunte Wohngebiet erscheint mir als realistische Ursprungsquelle der Killer-Rehe. Und der Weg, den ich am Zaun entlang gehe, ist ganz offentsichtlich kein offizieller Wanderweg und so überekommt mich die Sorge, dass ein waffenverückter, herumexperiementierender US-Hinterwälder mit seinem Snipergewehr gerade auf den Dach seines Hauses liegt und mich im Visier hat. .... UND DAS ALLES WEGEN EINES KABELS!!!

Endlich, ENDLICH, ... nach eine gefühlten Ewigkeit, finde ich den Weg zur Hauptsraße und bin 5 Minuten später zu Hause angekommen. Ich komme in meine Wohnung und betrachte mich im Spiegel: schlammverschmierte Schuhe, Blätter im Haar, Kratzer im Gesicht, ich seh ein bisschen wie ein gepflegtere Version von Öff Öff aus. Aber ich habe mein Kabel! Der ganze Stress und nun habe ich mir meine Belohnung verdient. Nun können mich melodische Laute während des Auspackens begleiten. Dank des Kabels, des wunderbaren nützlichem Kabels. Ja das würde doch noch ein schöner erster Abend in meiner Wohnung werden.

Hätte ich nicht das falsche Kabel gekauft.

Donnerstag, 20. November 2008

Tag 1 in Kaiserslautern - 13.10.2008

7 Stunden Autofahrt und *schwupp* "schon" bin ich Kaiserslautern.
Die Uni geht zwar erst in einer Woche los, aber ich begebe mich jetzt "schon" mal auf Wohnungsbesichtigungstour. Außerdem gibt es die nächsten Tage mehr oder weniger lustige Kennen-Lern-Veranstaltungen an der Uni und so kann ich alles miteinander verbinden und ein wenig die Stadt kennen lernen.
Kaiserslautern ist irgendwie ... mh ... nicht so schlimm wie mir vorher versucht wurde weis zu machen, allerdings auch nicht so klasse wie ich es erhofft hatte. Die Innenstadt ist ganz putzig, aber prachtvolle historische Bauten sucht man vergeblich, ... na gut ich war auch bisher verwöhnt in dieser Hinsicht. Außerdem ist man während eines gemütlichen Stadtbummels durch das Zentrum von einem ständigen "Ticken" und "Piepen" verfolgt. Denn aus einem für mich unersichtlichen Grund machen die Fußgängerampeln nicht nur Geräusche wenn sie grün werden, sondern ticken auch unüberhörbar laut wenn sie rot sind - verrückt!
Die Wohnungssuche gestaltet sich schwieriger als gedacht, eine WG kommt nicht mehr in Frage und die für meine ausgesuchten Wohnungen zuständige Firma entpuppt sich als reichlich inkompetent. 52! (ich hab auf meinem Handy nachgezählt) Anrufe habe ich bisher mit der Firma getätigt. Zugegeben bei ca. 25 bin ich gar nicht erst durch gekommen, bei dem restlichen Versuchen wurde ich mit seltenen Erfolg weiterverbunden, so dass ich nachdem 20. "Gespräch" mit immer der selben Sekretärin ihr eigentlich schon das "Du" anbieten will.
Das Resultat der ganzen Farce ist, dass ich schlussendlich meine Wohnung erst ab dem 10.11. haben werde.
Die Uni-Events sind teilweise unerwartet kompliziert, doch bringen das erhoffte Ziel, nämlich sich gegenseitig kennen zu lernen doch recht gut voran. So sollen wir unter anderem in Gruppen ein King-Pong-Video erstellen. Und zwar nach folgendem Vorbild.




Zuerst denkt man vielleicht, dass es irre schwer ist sowas nachzumachen, doch nach 2 Stunden mit eigenen Versuchen, stellt man fest, ... ... ... dass es einfach unmöglich ist.
Am Abend wird dann eine Wanderung zu irgend einem Turm durch den Wald gemacht. Ein wenig Glühwein und die völlige Dunkelheit sorgen dafür, dass ich an dem nächsten Tag zwar 25 Namen, aber nur 3 Gesichter kenne.
Wenn man neue Leute kennen lernt ist der erste Eindruck den man macht oft schon der entscheidende. Ich nehme mal als Beispiel die Busfahrer in Kaiserslautern.
Ich denke mal die meisten von denen sind total nette Kerle. Jede Frage wohin denn der Bus fährt, wird freundlich beantwortet, ... zumindest am Anfang. Denn bei nur einzigen Fahrt wird die Frage wieder und wieder und wieder .... gestellt. Der 30. Student, der fragt wohin denn der Bus fährt, erhält, für mich nachvollziehbar, als Antwort: "ZUM HAUPTBAHNHOF, KANN DENN KEINER VON DEN STUDENTEN LESEN, WAS BRINGEN DIE EUCH AN DER UNI ÜBERHAUPT BEI!" Dieser Student denkt nun nicht so positiv über den armen Busfahrer, der nun wirklich zu verstehen ist.
Zu der Verteidigung Der fragenden Studenten muss man aber sagen, dass der öffentliche Personen-Nahverkehr katastrophal ist. Unpünktliche Busse, wechselnde Routen und die Wagen zur Uni sind Morgens bis auf den letzten Quadratzentimeter mit Studenten gefüllt. Die Busfahrer reagieren darauf aber ganz kreativ.
Der Bus ist wieder mal randvoll. Kein Mensch passt mehr rein. Noch zwei Haltstellen zur Uni. Bei der nächsten Haltestelle will eine arme Frau, die sich irgendwie hierher verirrt hat, raus, und zwei freundliche Omas wollen hinzusteigen, nur leider ist immer noch so gut wie kein Platz. Also öffnet der Busfahrer die vordere Tür, lässt die Frau raus und sagt zu den Omas: "Gehen sie zur hinteren Tür". Die Omas gehorchen, der Busfahrer schließt die Türen, braust davon und die Omas stehen verduzt an der Haltestelle.

Mittwoch, 2. Juli 2008

Es hat einfach nicht gereicht ...

Finaltag ...

Und um dieses grandiose Ereignis auch gebührend zu zelebrieren, sollte das Spiel zwischen Deutschland und Spanien mit 10 000 anderen beim "public viewing" erlebt werden. 20.45 Uhr war Anstoß und die Erfahrung aus den vorangegangenen Spielen lehrte mich 18.15 Uhr mit dem Anstehen zu beginnen. Doch ich hatte die Rechnung ohne Dave und den beiden angereisten Mytze und Lobster gemacht, die lieber eine halbe Stunde später zum Fan Fest pilgern wollten. Also meinen beiden Mitarbeitern Danny (Zivi) & Kati (FSJ) vom Schiff bescheid gesagt und dann endlich aufgebrochen.
Endlich am Bestimmungsort angekommen, zeigte sich, dass offenbar halb Dresden vom Fußballfieber infiziert war und dementsprechend groß war auch der Andrang an den Eingängen. Es begann also das Warten. Was am Anfang noch ganz witzig zu werden schien, indem man hier und da einen passenden Kommentar ablassen konnte und mit den anderen Anstehenden in Solidarität und Vorfreude verbunden die Stimmung hoch hielt, wurde nach spätestens einer halben Stunde und mit jedem Schritt näher an das Ziel einfach nur noch anstrengend. Denn für jeden Menschen der reinkam, standen sich zwei neue Fans an und drängten von hinten nach vorn. Die Masse begann sich in einer Art Kollektiv von hinten nach vorn und von rechts nach links zu bewegen. Die vorderen Wartenden wurden immer agressiver, einige mussten aufgeben und wiedere andere ergaben sich einfach in ihr Schicksal und wurden zum Spielball der Massen nur noch hin und her geschoben. So langsam machte sich auch die Ungeduld breit denn der Anpfiff war nur noch 45 Minuten entfernt und während im Inneren des Fan Fests die Stimmung langsam zu beben begann herrschte draußen panische Angst es nicht mehr rechtzeitig hinein zu schaffen.

Doch Aufgeben kam natürlich nicht in Frage. Nur noch 5 Meter und 50 Menschen vom Eingang entfernt. Doch nun kam die Schlange ins Stocken und vereinzelte Vorwärtsbewegungen waren nur noch der Tatsache geschuldet, dass immer wieder Leute aus der Masse heraus den Heimweg antraten. Irgendwann dann die Gewissheit: ES IST VOLL. Noch eine nette SMS von Kati und Danny wie toll es drinnen wär und dann angepisst abgezogen.

Auf dem Weg nach Hause der uns hinter der Leinwand langführte herrschte auf einmal hektische Aufregung und die Menschen in der nähe rannten mit hoffnungsvoller Panik los. Zwei nette Secruity Männer hatten den Zaun an einer abgelegenen Stelle noch einmal aufgeschoben und winkten die umliegenden Menschen rein. Also zum Sprint angesetzt und auf die Lücke gestürzt. Doch schon kamen zwei nicht so heiter gesinnte Polizisten und schlossen die Öffnung ins Glück bevor wir durchhuschen konnten.

So blieb uns nichts anderes übrig als ein "gemütlicher" Fußballfernsehabend @home.

Mit der Niederlage von Deutschland war der Abend natürlich komplett gelaufen, auch wenn in einer kleinen after-EM-Feier die Stimmung schnell wieder über den Nullpunkt gelangte.

Dienstag, 13. Mai 2008

Ronny in der großen Stadt

Ab und zu brauch man einfach mal einen Tapetenwechsel. Den werd ich wahrscheinlich in den restlichen verbleibenden 4einhalb Monaten meinen Zivildienstes auch noch häufiger brauchen. Letztes Wochenende hab ich deshalb Alex in Berlin besucht und mir mal die große Stadt zeigen lassen.

Das Wetter war genial, die Reiskosten günstig und der Aufentahlt bombig. Also ein rudum gelungener Ausflug.




Ich hab sogar einen richtigen Weltstar gesehen. Allerdings nicht in der Oper, in welche man zwangsläufig gehen muss, wenn man Alex besucht, sondern im Zoo, den wir dann beim zweiten Anlauf besucht haben.



"Knut" in action



Ich muss sagen, dass Berlin schon ziemlich beeindruckend ist, aber ich glaube meine erste Wahl zum studieren wäre es nicht, ist mir dann doch ein Stück zu groß und dadurch teils doch recht heruntergekommen. Dann doch lieber etwas kleiner und dafür hübscher.

Heute begann dann wieder der muntere Arbeitsalltag, allerdings war heute nicht nur arbeiten angesagt, denn Tinos Abschiedsaktion stand an. Und was macht man als Schiffscrew, wenn man etwas zusammen unternehmen will? Man macht eine Bootstour.

Bericht dazu folgt, wenn ich die Bilder davon habe.

Samstag, 10. Mai 2008

Berlin, Berlin .. wir fahren nach Berlin!!!

Uhhh ... was ein Wetter!!! Die Sonne scheint, die Sonne lacht ... einfach herlich.

Und das ich nicht der einzige bin der das so sieht, hab ich heute gesehn als ich in der Stadt war. Menschenmassen waren unterwegs und ich mittendrin. Musste noch ein par Besorgungen machen und mich für den kommenden Sommer neu einkleiden.

Außerdem wollte ich mir mein Handy im Kino abholen. Ich hatte es dort am Donnerstag zur Sneak Preview irgendwie liegen gelassen. Mh, ... das kann ja jeden mal passieren, allerdings war das bei mir jetzt schon das zweite Mal. Ich glaub das nächste Mal, wenn ich dort bin, grüßen die mich schon mit Namen. Da mein Handy beim sauber machen nicht gefunden wurde, durfte ich selber ganz allein in einem großen dunklen Kinosaal danach schauen. Zum Glück hebe ich, wie im letzten Blogeintrag eindrucksvoll bewiesen meine Kinokarten immer auf, so dass ich genau wusste wo ich suchen musste.

Mit dem wiederbeschafften Handy konnte ich dann auch gleich nen Typen von der Mitfahrzentrale anrufen, der mich heute um acht für 9 € mit nach Berlin nimmt. Dort besuche ich Alex und werde in den "Genuss" einer Oper kommen, ... naja ... , bin ja für alles offen.

Am Montag gehts dann wieder zurück nach Dresden und am Dienstag beginnt dann wieder der Ernst des Lebens. ... Die Hälfte ist rum ...

Zwei große Punkte auf meiner imaginären "to-do-list" sind noch für Mai:
  • Studium suchen
  • Wohnung kündigen (womöglich Nachmieter suchen)
Hab noch ein par Erneurungen auf meiner Seite, jetzt kann ich meine Blogeinträge auch noch musikalisch untermauern. So langsam macht sich die Seite ...

Pack dann mal meine Sachen ...

Montag, 28. April 2008

bye bye jack attack

Letzten Freitag zelebrierte unsere kleine Schiffscrew bestehend aus Jakob, Tino, Katharina und mir den Ende des Zivildienstes von Jakob. Ein lustiger Abend, zu dem Stiff noch dazu stieß.

Die Rückkehr zum Schiff gestaltete sich dann zwar etwas kompliziert, und Stiff ging irgendwie "unter mytseriösen Umständen" auf dem Weg dahin verloren, so dass man sich kurzzeitig Sorgen machen musste, aber letztendlich hatte er sich einfach mitten in der Nacht auf den Weg zu seiner Freundin nach Oybin gemacht ... tja ... so spontan ist halt der Stiff.

Amüsante Bilder wurden auch gemacht, diese sind allerdings noch nicht in meinen Besitz übergegangen, deswegen dachte ich mir zeige ich wenigstens ein Video vom heiteren Tino.



Übrigens finde ich es irgendwie lustig den Begriff "schiffen" auf einem Schiff zu verwenden ... naja ... wie dem auch sei.

Ich hoffe man erkennt, dass man mit den Leuten Spaß haben kann und so denke ich mal, werde ich auch noch den restlichen Zivildienst meistern.

Im Mai feiere ich dann Bergfest, da ist dann also die Hälfte hinter mir und wenn ich mich an das Bergfest von Afra erinnere wirds sicher lustig.

Jetzt muss ich aber Schluss machen. Heute ist putzen angesagt, diesmal nicht auf dem Boot, sondern hier in der WG. Also, frisch ans Werk

Montag, 7. April 2008

=D


Sehr schön. So in etwa hatte ich mir das Wochenende vorgestellt.

Das Altafranertreffen war wirklich wie erwartet klasse und ich bin echt jetzt noch happy, die ganzen netten Menschen wiedergesehen zu haben. Es wurde viel gequatscht, in Erinnerungen geschwelgt, Neues berichtet, Sport getrieben und einfach zusammen Spaß gehabt.

Am Donnerstag begann für mich das Altafranertreffen quasi damit, dass Ali bei uns einkehrte. Um meine Kräfte und vor allem meinen Schlaf zu sammeln entschied ich mich dann dafür, Freitag nicht nach Afra zu fahren und erwartete dann Dave und Ali gegen Abend wieder in der WG. Allerdings hatten sie einen "kleinen" Anhang mitgebracht, bestehend aus Justus, Stiffler, Phil, Mytze, Ronny W. und dessen zwei Freundinnen Cosima und Franzi aus Frankfurt. Nachdem wir noch einen kurzen Abstecher in die Neustadt gemacht hatten, trudelte dann auch noch Marx ein.

Samstag fuhren Mytze, Marx und ich in Ronnys schickem, so gut wie neuem Audi nach Meißen. Auch wenn der nur für das Wochenende gemietet war, hatte es irgendwie trotzdem verboten viel Stil in das Internatsgelände vorzufahren und auf dem V.I.P. Parkplatz vor dem "Windrad" zu parken. In der Schulversammlung zeigte uns Fizzo (Gockel) mit ihrem Bericht von geklauten Briefen, dass sich Afraner immer wieder was Neues einfallen lassen, um Mist zu verzapfen. Auch die Vorstellung der neuen freiwilligen Schuluniformen sorgte für Gesprächsstoff. Beim Mittagessen merkte ich dann nach einem Plausch mit dem lieben Küchenfrauen, dass ich doch ganz schön verwöhnt von meinem Schiff bin, was das Mittagessen betrifft.

Trotz des sehr seriösen und informativen "Zivi-Informationsstand" mit Mytze und Zwille, war ich eher nicht dort aufzufinden, zu mal ich fast keinen einzigen Noch-Afraner gefunden hab der nicht ausgemustert wurde. Dennoch war die Studienbörse genau die richtige Gelegenheit um mit vielen Leuten mal wieder nett zu plaudern.

Auch wenn das anschließende Fußballtunier Spaß gemacht hab, spar ich mir mal weitere Erläuterungen. Nur so viel: Wir haben die Herzen der Fans gewonnen! ^^

Das Konzert der Altafraner war wie gewohnt spitze, und so wie ich Alex verstanden hab, hätte sie sogar mitgemacht, wäre das Thema nicht "Hässliche Musiker" gewesen. Einziger Wermutstropfen war die "Hoyzer-Entscheidung" beim Dusch-Song-Contest beim Duell Altafraner gegen Noch-Afraner. Die Oldies hätten mit ihren Hit "GEMEINSCHAFTS ----- DUSCHE, DUSCHE" klar gewinnen müssen.

Am Abend startete dann die Autokolonne gen Dresden und dem Treffpunkt in der Groovestation. Ich schätze mal einfach ganz kühn, dass sich dort etwa 30 Afraner tummelten, was zu Folge hatte, dass immer wenn man durch den Club ging man ein bekanntes Gesicht sah.
Die genaue Uhrzeit wann dann Schluss war weis ich nicht mehr, aber auf jeden Fall war das nicht unsere Entscheidung sondern die der Groovestation.

Am Morgen hatte ich auch noch ein Punktspiel, dass ich aber zum Glück als Zuschauer betrachten durfte. Als wir Sonntag Mittag nocheinmal in Meißen für ein kleines Handballspielchen waren, fühlte ich mich dann auch schon wieder wach und fit.
Allerdings war ich am Abend froh als ich dann doch noch in mein Bettchen kam.

Das Wochenende hat mir echt viel Freude bereitet und ich bin selbst heute Morgen noch ein klein wenig euphorisiert auf Arbeit gegangen. Ich bin gespannt wie lange das noch anhalten wird.


Wer hat Bilder und Vids von dem Wochenende für mich ??????