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Montag, 10. Oktober 2011

Cineholic
















Donnerstag, 9. Juli 2009

Vita est celebratio nullae impeditionis




*~*~*~*

Wie schön ist es doch, einen wahren Anlass zum Feiern zu haben.

Holt den Wein und schlagt aus Mangel an Korkenziehern die Korken in die Flaschen!
Holt Brausepulver und ein russisches Nationalgetränk und mischt es zu einer gefährlich leckeren Mixture!Holt Tequila und sucht euch einen freien Bauchnabel!
Holt Apfelschnaps, holt Wodka, holt Cointreau und macht daraus eine Drink für echte Männer, einen Appletini!

Ich habe sogar meinen ersten Appletini probiert

Okay, es ist nur Sekt mit einer Apfelscheibe dran ...

Jedes Mal wenn bei mir jemand vorbeischaut und ich mich schon freue, dass ich ihm nicht nur alkoholfreie Getränke anbieten kann, wird eine kleine Aufmerksamkeit mitgebracht, so dass meine für Gäste vorgesehenen Getränke sich weiter in meinem Kühlschrank langweilen.


Die Flasche ganz links ist sogar noch von meinem 20. Geburtstag, was mittlerweile ein dreiviertel Jahr her ist.

Wie eine Feier in die Hose gehen kann, hat mein 18. Geburtstag auf Afra aber auch bewiesen. Ich hab, sozusagen als Beweismaterial, noch den Kassenzettel von damals.






Vielleicht sollte ich noch erwähnen, was eigentlich der Grund zum Feiern für mich ist.

mh ... vielleicht ...



Auf alle Fälle werde ich wohl am 17. wieder mal nach Dresden kommen. Hoffentlich erkennen mich auch noch alle wieder, so ganz ohne Iro ...



Dienstag, 2. Juni 2009

Das große Krabbeln

Kann mir jemand sagen wie eine kleine Terrasse heißt? Die 27 quadratischen Steinplatten vor meiner "Terrassen-Tür" kommen mir nämlich nicht gerade wie eine eben solche vor. Auch wenn der ... "Platz" ... nicht gerade groß ist, so ist es doch ziemlich klasse die spärlichen Sonnenstrahlen, welche ab 17.00 Uhr Wärme und Erholung schenken zu genießen. Mehr Sonne ist mir leider nicht vergönnt, da "mein" Haus auf Grund der Nord-West-Ausrichtung größtenteils Schatten auf meine "Veranda?!?" zaubert.

Doch nun ist mir nichteinmal mehr das vergönnt. Die "Außenberzirke" meiner Wohnung werden belagert, okkupiert, besetzt, sie sind einfach in Beschlag genommen wurden. Ich kann nichts dagegen tun, denn ich habe irgendwie ein Insekten-Käfer-Grabbel-Phobie, wie man im Fachchargon wahrscheinlich dazu sagt.


Das Foto mag nun wahrlich nicht das gesamte Ausmaß dessen wiederspiegeln, was an der Hauswand wütet. Ich hätte ein deutlich besseres Bild machen können und damit die Dimensionen verdeutlichen mit was ich es hier zu tun habe, aber ich konnte mich nicht näher heranwagen.

Das Sonnenembargo dauert nun schon 3 Tage an und es ist keine Besserung in Sicht. Ich kann auch keine Fenster mehr öffnen, da ich befürchte der Käferalbtraum schleicht sich hinein und ... *bärgs* ... macht sonstwas hier drin.

Naja, mir wäre schon geholfen wenn mir irgendjemand auf der Welt sagen kann mit was ich es hier zu tun habe.

Zur Hilfe ... das Untier ist ca. 10 cm groß.

Im Laufe meiner Isolationshaft habe ich mir überlegt, dass mir wohl nicht geholfen wäre, wenn das Monster einfach verschwinden würde. Denn wie kann ich dann sicher sein, dass es sich nicht nur versteckt, um bei meinem nächsten Ausgang hinterhältig einfach wieder aufzutauchen.

Ein echtes Dilemma ...

Freitag, 27. März 2009

Gehirnzellenmassensuizid

UZZN! UZZN! UZZN!

Musik per Kopfhörer zu hören ist toll. Man kann quasi in seine eigene kleine Welt eintauchen und so den sonst so öden Weg von A zu B noch mit C, D, E und allerlei andere metaphorischen Buchstaben füllen.

Wenn also meine Ohren beispielsweise bei folgendem Song verträumt entspannen ... ... dann gibt es eine Sache die meine bisher so gelungene Busfahrt vollkommen zerstört, nämlich wenn die "melodischen" Bässe und Rhythmen des neuhinzugestiegenen Busfahrgemeinschafts-Mitgliedes von seinem mp3-Player, durch seine Kopfhörer, hinaus in den Bus, an meinen Kopfhörern vorbei und direkt zu meinem Wutzentrum im Großhirn eindringen.

Ich kann damit leben als spießig bezeichnet zu werden, aber ich denke ich könnte jedes einzelne Wort verstehen, hätte diese "Musik" auch einen Text und das ist für mein Empfinden, welches zugegeben auf den Gebieten Musik und Medizin vielleicht eher laienhaft ist, eindeutig zu laut!

Mit der Zeit hat sich in mein Gehirn ein Bild eingebrannt, wie ich mir den Zustand im Kopf des Fans von *UZZN! UZZN! UZZN!* beim Genuss eben dieser Geräusche vorstelle.

Ich sehe eine Bühne auf der eine einzelne gigantische überdimensionale Box und ein Scooter/Jürgen Drews - Verschnitt steht. Die Bühne steht auf einer Klippe und davor tobt die Menge und hüpft auf und ab. Die Fans sind aber kein Menschen, sondern Gehirnzellen und sehen daher auch eher aus wie eine Mischung aus einer Amöbe und Patrick Star (ja, so sehen Gehirnzellen in meiner Vorstellung aus).

Der Künstler heizt die Menge nocheinmal an und dann beginnt das Drama. Pro Beat springt eine Gehirnzelle die Klippe hinunter in den Abgrund und diese Musik hat jede Menge Beats.

So endet also das Leben von so vielen unschuldigen Gehirnzellen auf diese tragische Weise.

Was dagegen nach dem Lebensende von Menschen passiert, wird in diesem melancholischen Kurzfilm thematisiert.



Mittwoch, 25. März 2009

Fehlgeschlagene Eichhörnchen-Taktik

Schnee!!!! Es schneit, ist das zu glauben?

Zugegeben, in letzter Zeit war es ein wenig still auf Ronnizzles Blog. Aber das unfassbare Schneegestöber, welches hier über die Wälder der Pfalz hinwegfegt, gibt mir dann doch mal wieder Anlass die Welt mit meiner virtuellen Anwesenheit zu beglücken. Dass alle Prüfungen nun hinter mir liegen, ist sicherlich auch ein Grund, der dafür spricht, mich wieder aktiver auf meiner Seite zu betätigen.

Der Mini-Blizzard hat mich auch an einen fehlgeschlagenen Versuch erinnert, meine auf Süßkram bezogene, nicht vorhandene Selbstbeherrschung zu überlisten. Normalerweise, muss ich mich nämlich schon beim Kauf von allerlei Leckereien zügeln, da, wenn erst einmal in meinen Besitz übergegangen, die süßen Versuchungen nie lange überleben. Es scheint mir schier unmöglich Schocklade & Co einige Tage aufzubewahren.

Also ließ ich mich von den Eichhörnchen und ihrer Methode zur Narhungsaufbewahrung im Winter inspirieren.

Das sah dann in der Praxis so aus, dass ich eine Nimm2-Tüte in zwei Hälften aufgeteilte. Die eine Hälfte wurde sofort verzehrt, die andere wurde überall in meiner Wohnung verteilt. Ob in meiner Shisha, dem Nudeltopf, der Innentasche meines Anzugs, meiner Badehose, dem Drucker oder allerlei anderen Orte, überall wurde ein Nimm2 vor mir selber versteckt. Die Idee dahinter war, dass ich so in unzähligen Situationen eine kleiner Freude finde, an statt alle Bonbons auf einmal in mich hineinzuschaufeln.

31.März - ich muss etwas ausdrucken - *juhuu* ein Bonbon
Pfingsten - ich habe mal wieder meinen Anzug an - *juhuu* ein Bonbon
05.Juni - es ist mal wieder Bade-Zeit - *juhuu* ein Bonbon

.....

Ich denke das System ist klar.

Allerdings ergab sich schon nach recht kurzer Zeit ein Problem.

Mein übermenschliches Gedächnis - *ächem* -, welches angeregt durch die Motivation von jeweils einem Nimm2 zu Höchstleistungen auftrumpfte.

Schon am nächsten Tag waren quasi alle Verstecke geplündert.

Ich kann nur hoffen, dass ich doch einige Bonbons vergessen habe und ich so irgendwann in den Genuss kommen werde, mir ein kleine Freude mit wenig Aufwand gemacht zu haben.


Jetzt könnte ich mir noch ne tolle Überleitung zu dem Kurzfilm einfallen lassen, aber ich finde den so toll, dass ich mir das einfach spare.


Mittwoch, 4. Februar 2009

Kompensationsflug

Generationen von Eintagsfliegen die an Flüssen leben wechseln nie ihren Lebensraum. Sie bleiben immer an exakt dem gleichen Ort.
Tag für Tag für Tag.
Fliege für Fliege für Fliege.
Das beeindruckende ist daran, dass sie ihre Eier in das Wasser legen und der Strom des Flusses jede Generation von Fliegenlarven eigentlich weiter flussabwärts schwemmen sollte. Wie umgehen die cleveren kurzlebenden Chitin-gepanzerten Gliederfüßer dieses Wegtreiben?

Durch Kompensationsflug!

Die weibliche Eintagsfliege schwirrt vor dem Eier-legen einige Kilometer flussaufwärts und schafft es dabei ihre Nachkommen so zu platzieren, dass wenn sie aus dem Wasser kommen, exakt an jener Stelle in die Luft schwirren an der auch schon ihre Mommy der einzigen Tätigkeit nachging die Eintagsfliegen machen: sich fortzupflanzen.

Warum ich das hier niederschreibe?

Mir tut so ein Kompensationsflug auch gut. Zumindest wenn man den Fluss als Lebensfreude hinfortschwemmenden Alltag sehen möchte, der die positive Energie und gute Stimmung immer weiter flussabwärts treibt. Um den entgegenzuwirken braucht es manchmal eine Aktion, die einen wieder einige Kilometer auf dem Stimmungsbarometerfluss hinauffliegen lässt.

Wie zwischen zwei nervtötenden Sitzungen über Mathe-Übungen eine Folge Scrubs per Chat synchron mit einem Kommilitonen zu schauen und sich örtlich getrennt und doch gemeinsam amüsieren zu können.
Oder einen Schneeball ins Eisfach zu legen und in der nächsten Schnee-freien Zeit seinen überaschten Besuch diesen dann in den Nacken zu drücken.
Oder eine bescheuerte Wette zu gewinnen, wie etwa, wer es am längsten aushält nur mit Kupfer-Cent-Münzen zu bezahlen. Okay das ist für die Bedienung vielleicht die größere Herausforderung.
Oder eine fast schon beunruhigend-lange Siegesserie bei "Looping Louie" zu haben.

Durch meinen Kompensationsflug glaube ich auch die miesesten Tag überstehen zu können.

Dienstag, 16. Dezember 2008

Yes, We Can!!!

Weihnachtszeit - die schönste Zeit des Jahres

Alle mögen sich viel mehr als während der restlichen Zeit des Jahres.
Die Sorgen über die Folgen von Fett und Zucker werden beim Genuss von Plätzchen, Lebkuchen und Schockolade aus den Türchen des Adeventskalenders in dieser Zeit gekonnt übergangen, denn dank der Kälte muss auch niemand Bauch-frei tragen und bis zur nächsten Hitzeperiode bekommt man den Winterspeck schon wieder runter.
Die Geschäfte freuen sich auf wachsende Umsätze, denn trotz Wirtschaftskrise werden die Menschen wieder um einiges mehr konsumieren als das restliche Jahr über, denn wie steht man denn da, wenn man von seiner Freundin einen Plasma HD Flachbildfernseher bekommt, wenn man für sie nur ein Schürze mit der Aufschrift "Kleine Frauen sind im Vorteil, die können besser in den Ecken putzen" hat.

Der Schnee, die weihnachtliche Vorfreude, Glühwein, Zimtgeruch der in der Luft liegt, ich glaube all das löst bei den Menschen das Bedürfnis aus etwas Gutes zu tun. Nicht umsonst ist die Spendenbereitschaft in dieser Zeit am größten.

Hier in der Innenstadt von Lautern sitzt auch immer ein Typ mit dazugehörigem Schild (Arbeitslos, Wohnungslos, Gehörlos) rum. In meiner weihnachtlichen Geberlaune gab ich mir also einen Ruck und sprach den herumlungernden Herrn an und fragte ihn: "Haben sie wirklich weder Arbeit, Wohnung noch Gehör?", worauf er prompt antwortete: "Ja wirklich!!!". Sehr überzeugende Antwort für einen Gehörlosen. Vielleicht hat er auch von meinen Lippen ab gelesen, aber ich werde es nie erfahren, musste dann doch schnell weiter.

Ich bin davon überzeugt, dass die meisten Probleme und Sorgen in dieser Zeit gelöst werden.

Auch der gute Dr. House hat eine Lösung für die Probleme unsere Welt gefunden.



Ein weiteres tolles Musik-Video hab ich da rechts plaziert --------->

Während des Videos kann man zwischen 4 Blickwinkeln wählen.

Samstag, 13. Dezember 2008

Robbie und der Schnee

Schnee macht gute Laune.

Flocke für Flocke fällt Frohsinn vom Himmel.

Es gehört zu meinen absolute Favoriten einen freien Tag mit Schnee zu verbringen. Ich habe lange ausgeschlafen, und ein Blick aus meiner Fensterfront zeigt die gesamte Umgebung inklusive meiner kleinen Terrasse in wundervollem Weiß. Bei meinem Nachbarn, welchen ich bisher noch nicht kennen lernen durfte, steht sogar schon ein aus drei Schneebällen bestehender Minischneemann da und grinst mir mindestens genauso glücklich entgegen, wie ich es bin.

Ich finde einen Grund um hinaus zugehen, denn sich einfach vor die Tür zu begeben um einen ... "Spaziergang" ... zu machen kommt mir doch ziemlich komisch vor. Also genieße ich auf dem Weg zur Sparkasse das herrliche Wetter. Dicker flauschiger weicher Schneeplüsch bedeckt die gesamte Landschaft.

Wieder in meinem gemütlichen Heim wird die Heizung auf Stufe 5 gedreht, eine fantastisch leckere Tasse Vanille-Cappuccino eingegossen und gute-Laune-Musik aufgelegt.

Bei "Let me entertain you" von Robbie Williams ist es dann um mich geschehen. Mitgerissen von der Energie des Songs beginne ich lautstark mitzusingen. Die Boxen werden bis an ihre Belastungsgrenze aufgedreht und ein dicker Edding fungiert als fiktives Mikrofon.

Elegant bewege ich mich rhythmisch zum Song durch den Raum und steige in den Refrain ein.
"So come on let meeeeeeeeeeeeeeeee *Klopf* entertain you,
Let meeeeeeeeeeeeee *Klopf*Klopf* entertain you *Klopf*Klopf*Klopf*"

Mein bisher noch unbekannter Nachbar steht auf meiner Terrasse und schafft es nicht ganz sich ein Lächeln zu verkneifen während er an mein Fenster klopft. Offenbar hat meine lautstarke Performance die ersten Groupies angelockt. Nachdem ich die Musik ausgemacht habe öffne ich meine Terrassentür und entschuldige mich natürlich zu allererst einmal peinlich berührt.

"Schon okay, aber das nächste mal bitte etwas leiser Mr. Williams" sagt er und zieht grinsend von dannen."

Wengistes hatte ich noch alle Kleidungsstücke an.

Die Welt ist so viel einfacher mit einem Lächeln auf den Lippen ...



Dienstag, 25. November 2008

Tag 1 in Kaiserslautern - 10.11.2008

Ich habe meine erste eigene Wohnung.

Nach 7 Jahren WG-Leben, erst im Internat, dann in der kultigen "Chaos-WG", habe ich nun meine eigenen geschätzten 9 Wände. Bad, Küchennische, kleine Terrasse und ein Afra-großes Zimmer darf ich nun mein Eigen nennen. Praktischerweise gibt es auch noch einen Keller und Waschmaschine plus Trockner im Haus.

Heute wurde also der Großteil meines Hab-und-Guts von Dresden aus per "family-express" bestehend aus meinem Dad und meinem Bruder in die beschauliche Pfalz verfrachtet. Als der "Umzugsservice" wieder abgereist ist, sprühe ich voller Euphorie und will mich ans Ausräumen, Aufräumen und Umräumen machen, gleich nachdem ich meinen Rechner zwecks musikalischer Unterstützung eben dieser Tätigkeiten aufgebaut habe. Nur leider gibt es da das Problem, dass ein Kabel fehlt und da meine Euphorie doch nicht so groß ist, sämtliche Gegenstände im Stillen aus ihren Pappgefängnissen zu befreien, beschließe ich mich auf den Weg zum Media Markt zu machen.

Also in den Bus gestiegen, ein par Stationen gefahren, rein in den Media Markt, von kompetenten Mitarbeitern beraten lassen, Kabel gekauft, wieder raus und dann zur Bushaltestelle. Dort angekommen stelle ich fest, dass der nächste Bus mich erst in einer Stunde hier abholen wird. Nach einigem Hin-und-Her-Überlegen, fasse ich den Entschluss mich zu Fuß auf den Weg in mein Domizil zu begeben. Das Hin-und-Her-Überlegen rührte nicht daher, dass ich etwa lauffaul bin, sondern daher, dass meine Wohnung ein wenig außerhalb von Kaiserslautern liegt und mich mein Heimweg einen vier-Kilometer-langen finsteren Waldweg entlang führt.

Ich mache mich also auf meine abendliche Wanderung durch den "verbotenen Wald". Meine anfängliche Bedenken auf Grund der Dunkelheit verschwinden, denn der Vollmond spendet ausreichend Licht, damit ich nicht in eine Matschpfütze oder, was ehrlich gesagt meine eigentliche Sorge ist, in eine von im Waldlebenden, durchgeknallten Hinterwäldlern gegrabene Fallgrube gerate. Der Mond ist so lange mein freundlicher Begleiter, bis er von einer hinterlistigen Wolkenfront von mir getrennt wird und ich nun meinen Weg allein bestreiten muss. ... Und das alles wegen eines Kabels.

Zum Glück führt der Weg parallel zu einer Landstraße entlang, so dass ich in dem sehr kurzen Zeitfenster zwischen völliger Blindheit durch das Blenden des Fernlichts der Autos und völliger Blindheit durch die Dunkelheit des Abends, ein wenig erkennen kann wohin ich laufe. Zumindest so lange bis der Weg in den Wald hinein abbiegt und ich nun keinerlei Zeichen von Zivilisation erkennen kann. Zwei- Dreimal laufe ich geradewegs in herunterhängende Äste die mir schmerzhaft ins Gesicht schlagen.

Jedes Geräusch könnte nun der Vorbote eines Angriffs von genmanipulierten, blutrünstigen, hungrigen Rehen mit langen Reißzähnen und rot-glühenden Augen sein. Ich spüre deutlich die Blicke der Terror-Rehe in meinem Rücken, doch drehe mich nicht um, denn ich weis, dass die von Blutdurst erfüllten Rehe dies nur als Zeichen von Schwäche deuten würden. Mein Handy ist nun meine letzte Lichtquelle und ich überlege, ob ich nicht ein Video machen sollte, dann würde die Nachwelt wenigistens wissen was mit mir passiert ist. Doch die Erinnerung an das Ende von "Blair Witch Project" lässt mich die Idee dann wieder verwerfen. Zu allem Überfluss lässt mich auch noch der Akku meines Hnadys im Stich. Oh, oh, ich glaub die Mutanten-Rehe fangen an mich zu umkreisen. ... Und das alles wegen eines Kabels!!

Der Pfad wird immer unwegsamer. Ich laufe nun an einem Zaun lang der mit "BEWARE!" Schildern überseht ist. Es sind die Wohnungen einer in der nähegelegenen US-Militärbasis. Dieses mitten im Wald gelegene umzäunte Wohngebiet erscheint mir als realistische Ursprungsquelle der Killer-Rehe. Und der Weg, den ich am Zaun entlang gehe, ist ganz offentsichtlich kein offizieller Wanderweg und so überekommt mich die Sorge, dass ein waffenverückter, herumexperiementierender US-Hinterwälder mit seinem Snipergewehr gerade auf den Dach seines Hauses liegt und mich im Visier hat. .... UND DAS ALLES WEGEN EINES KABELS!!!

Endlich, ENDLICH, ... nach eine gefühlten Ewigkeit, finde ich den Weg zur Hauptsraße und bin 5 Minuten später zu Hause angekommen. Ich komme in meine Wohnung und betrachte mich im Spiegel: schlammverschmierte Schuhe, Blätter im Haar, Kratzer im Gesicht, ich seh ein bisschen wie ein gepflegtere Version von Öff Öff aus. Aber ich habe mein Kabel! Der ganze Stress und nun habe ich mir meine Belohnung verdient. Nun können mich melodische Laute während des Auspackens begleiten. Dank des Kabels, des wunderbaren nützlichem Kabels. Ja das würde doch noch ein schöner erster Abend in meiner Wohnung werden.

Hätte ich nicht das falsche Kabel gekauft.

Donnerstag, 20. November 2008

Tag 1 in Kaiserslautern - 13.10.2008

7 Stunden Autofahrt und *schwupp* "schon" bin ich Kaiserslautern.
Die Uni geht zwar erst in einer Woche los, aber ich begebe mich jetzt "schon" mal auf Wohnungsbesichtigungstour. Außerdem gibt es die nächsten Tage mehr oder weniger lustige Kennen-Lern-Veranstaltungen an der Uni und so kann ich alles miteinander verbinden und ein wenig die Stadt kennen lernen.
Kaiserslautern ist irgendwie ... mh ... nicht so schlimm wie mir vorher versucht wurde weis zu machen, allerdings auch nicht so klasse wie ich es erhofft hatte. Die Innenstadt ist ganz putzig, aber prachtvolle historische Bauten sucht man vergeblich, ... na gut ich war auch bisher verwöhnt in dieser Hinsicht. Außerdem ist man während eines gemütlichen Stadtbummels durch das Zentrum von einem ständigen "Ticken" und "Piepen" verfolgt. Denn aus einem für mich unersichtlichen Grund machen die Fußgängerampeln nicht nur Geräusche wenn sie grün werden, sondern ticken auch unüberhörbar laut wenn sie rot sind - verrückt!
Die Wohnungssuche gestaltet sich schwieriger als gedacht, eine WG kommt nicht mehr in Frage und die für meine ausgesuchten Wohnungen zuständige Firma entpuppt sich als reichlich inkompetent. 52! (ich hab auf meinem Handy nachgezählt) Anrufe habe ich bisher mit der Firma getätigt. Zugegeben bei ca. 25 bin ich gar nicht erst durch gekommen, bei dem restlichen Versuchen wurde ich mit seltenen Erfolg weiterverbunden, so dass ich nachdem 20. "Gespräch" mit immer der selben Sekretärin ihr eigentlich schon das "Du" anbieten will.
Das Resultat der ganzen Farce ist, dass ich schlussendlich meine Wohnung erst ab dem 10.11. haben werde.
Die Uni-Events sind teilweise unerwartet kompliziert, doch bringen das erhoffte Ziel, nämlich sich gegenseitig kennen zu lernen doch recht gut voran. So sollen wir unter anderem in Gruppen ein King-Pong-Video erstellen. Und zwar nach folgendem Vorbild.




Zuerst denkt man vielleicht, dass es irre schwer ist sowas nachzumachen, doch nach 2 Stunden mit eigenen Versuchen, stellt man fest, ... ... ... dass es einfach unmöglich ist.
Am Abend wird dann eine Wanderung zu irgend einem Turm durch den Wald gemacht. Ein wenig Glühwein und die völlige Dunkelheit sorgen dafür, dass ich an dem nächsten Tag zwar 25 Namen, aber nur 3 Gesichter kenne.
Wenn man neue Leute kennen lernt ist der erste Eindruck den man macht oft schon der entscheidende. Ich nehme mal als Beispiel die Busfahrer in Kaiserslautern.
Ich denke mal die meisten von denen sind total nette Kerle. Jede Frage wohin denn der Bus fährt, wird freundlich beantwortet, ... zumindest am Anfang. Denn bei nur einzigen Fahrt wird die Frage wieder und wieder und wieder .... gestellt. Der 30. Student, der fragt wohin denn der Bus fährt, erhält, für mich nachvollziehbar, als Antwort: "ZUM HAUPTBAHNHOF, KANN DENN KEINER VON DEN STUDENTEN LESEN, WAS BRINGEN DIE EUCH AN DER UNI ÜBERHAUPT BEI!" Dieser Student denkt nun nicht so positiv über den armen Busfahrer, der nun wirklich zu verstehen ist.
Zu der Verteidigung Der fragenden Studenten muss man aber sagen, dass der öffentliche Personen-Nahverkehr katastrophal ist. Unpünktliche Busse, wechselnde Routen und die Wagen zur Uni sind Morgens bis auf den letzten Quadratzentimeter mit Studenten gefüllt. Die Busfahrer reagieren darauf aber ganz kreativ.
Der Bus ist wieder mal randvoll. Kein Mensch passt mehr rein. Noch zwei Haltstellen zur Uni. Bei der nächsten Haltestelle will eine arme Frau, die sich irgendwie hierher verirrt hat, raus, und zwei freundliche Omas wollen hinzusteigen, nur leider ist immer noch so gut wie kein Platz. Also öffnet der Busfahrer die vordere Tür, lässt die Frau raus und sagt zu den Omas: "Gehen sie zur hinteren Tür". Die Omas gehorchen, der Busfahrer schließt die Türen, braust davon und die Omas stehen verduzt an der Haltestelle.

Freitag, 7. November 2008

Tag 0 ... in Kaiserslautern - 02.10.2008

Ein perfekter Plan.

So eine Wohnungssuche muss gut organisiert sein, wenn man rund 600 Kilometer weg will. Auf eine entspannte 9 Stunden-Zugfahrt will ich dann auf Grund der über 200€ an Ticketpreisen für eine Hin- und Rückfahrt auch verzichten und so greife ich auf die Mitfahrzentrale zurück und muss feststellen, dass die Strecke Dresden-Kaiserslautern nicht sehr hoch frequentiert ist. Schließlich gelingt es mir dann doch für das anvisierte Datum jemanden zu finden und so kann ich, die an dem Tag stattfindende Infoverastaltung mit der Besichtigung von 4 vielversprechenden WGs verbinden. So weit so gut.

Also mache ich mich am Morgen des 02. Oktobers in aller Frühe auf dem Weg zum Treffpunkt und dort angelangt muss ich zu Kenntnis nehmen, dass meine Mitfahrgelegenheit einen spontanen großen Auftrag bekommen hat und nun doch noch einige Tage in Dresden verweilen muss. Der Leidtragende bin natürich ich, der nun in Dresden festsitzt.

Mh ... alles Doof.
Nach Kontaktaufnahme mit meinen herausgesuchten Wohngemeinschaften, bekomme ich mitgeteilt, dass auf Grund meiner nicht Anwesenheit am heutigen Tag, ich schon zwei Absagen zu verzeichnen habe. Im Laufe der nächsten Woche werden sich auch noch die beiden anderen von meiner Liste der möglichen Schlafplätze für meine zukünftiges Leben in Kaiserslautern verabschieden.

Dort werde ich nämlich zumindest die nächsten 3 Jahre mit meinem Bachelor Studium in Wirtschaftsingerneurwesen verbringen, hoffentlich. Doch zum jetztigen Zeitpunkt bin ich ja ersteinmal in Dresden und muss schauen wie ich den Tag herumbekomme.

Ich entscheide mich dazu meine schlechte Laune mit Frust-Shoppen zu bekämpfen. Das dafür benöigte Geld holt man ganz unkompliziert bei der zuverlässigen Sparkasse. Doch als ich heute Morgen offentsichtlich mit dem linken Bein zuerst aufgestanden bin, hätte mir eigentlich sofort klar werden müssen, dass dies ein Tag zum im Bett bleiben sein würde. Denn das Geld besorgen wird zu eine mehr als 90-minütigen Geduldsprobe. Irgendwie haben es fast alle Geldautomaten an dem heutigen Tag in Dresden geschaft eine Störung zu haben, so dass der einzige funktionierende Automat in der Innenstadt von eine Horde geldhungriger Konsumenten belagert wird. Angeblich gibt es eine zentrales Problem bei der Sparkasse, doch so langsam kommen mir Gedanken an eine Verschöhrung. Irgendwann habe ich dann auch mein Geld und nach dem Shoppen ist meine Laune auch schon gar nicht mehr sooooooooo am Boden wie zuvor.

Ich beschließe meinen Tag mit einem Kinobesuch noch ein Stück mehr aus dem negativen Bereich herauszuhiefen. Karte besorgt, Platz genommen, amüsiert der Werbung gelauscht, gespannt den Vorspann gesehen, ...

Doch der Film ist keine 5 Sekunden alt, als die Leinwand schwarz wird und ich in einem komplett verfinsterten Saal sitze. Nach einigen Minuten kommt eine nette Kinoangestellte hinein und meint, durch Bauarbeiten sei der Strom im Umkreis von 100 Metern ausgefallen. Mein Geld habe ich noch zurück bekommen, ... super.

Als ich dann zu Hause war hab ich mir fest eingeredet, dass es eigentlich nur besser werden kann, ....
... wird es auch.

Fortsetzung folgt ...